Lockere Wissenschaftsvideos steigern laut Studie das Interesse an Forschungsthemen

Besonders humorvolle Wissenschaftsvideos fesseln viele Menschen – allerdings nicht alle. Das zeigt eine aktuelle Studie der University of Georgia. Die Forscher haben rund 1000 Personen wissenschaftliche Kurzvideos über Quallen gezeigt, die an Inhalte auf TikTok und Instagram angelehnt waren.

Insgesamt galt: Je besser den Teilnehmern ein Video gefiel, desto stärker weckte es ihre Neugier. Allerdings fielen die Reaktionen sehr unterschiedlich aus, betonen die Experten. „In sozialen Medien erwarten Menschen Humor. Wer in dieser Welt aufgewachsen ist, für den muss praktisch alles unterhaltsam sein“, sagt Hauptautor Michael Cacciatore.

Freude und Staunen wecken

Neugier ist dem Wissenschaftler zufolge wie fruchtbarer Boden. Sie wecke Freude und Staunen. Und sie motiviere Menschen, selbst nach Antworten auf ihre Fragen zu suchen. Der Forscher der University of Georgia hat für seine Untersuchung mit den PBS Digital Studios zusammengearbeitet und zwölf verschiedene Videos produziert.

„SpongeBob Schwammkopf“

Diese Clips unterscheiden sich hinsichtlich ihres Stils – entweder formell oder locker – enthielten entweder Anspielungen auf „SpongeBob Schwammkopf“ oder nicht und wurden jeweils von einer weissen, schwarzen oder lateinamerikanischen Moderation präsentiert.

Im Schnitt bewerteten die Teilnehmer Videos mit einem lockeren Tonfall und SpongeBob-Anspielungen als unterhaltsamer. Gleichzeitig machten diese sie neugieriger auf Quallen.

„Menschen, denen die Inhalte gefielen, waren eher bereit, sich intensiver mit Wissenschaft zu beschäftigen. Wenn es uns gelang, ihre Neugier zu wecken, stieg auch ihr Interesse daran, mehr über wissenschaftliche Themen zu erfahren“, so Cacciatore.

Aber: Kulturelle Anspielungen, die bei weissen Teilnehmern gut ankamen, verfehlten bei schwarzen oder lateinamerikanischen Zuschauern teilweise ihre Wirkung.

„Unsere Fokusgruppen zeigten, dass viele schwarze Teilnehmer Wissenschaft nicht in einer cartoonhaften oder kindlichen Darstellung sehen wollten. Sie hatten den Eindruck, dass dadurch die Inhalte vereinfacht werden und die Produzenten ihnen indirekt unterstellen, wissenschaftliche Themen sonst nicht verstehen zu können“, erklärt Cacciatore.

 

Quelle: pressetext.redaktion/Florian Fügemann
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