Studie: Menschen vergessen Herkunft von KI-Texten nach nur einer Woche

Menschen vergessen spätestens nach einer Woche, ob das, was sie jetzt sehen oder lesen, „KI-generiert“ ist oder von ihnen selbst stammt.

Das zeigt eine Studie von Forschern der Universität Bayreuth und der Aalto-Universität.

Unterschiede verschwimmen

Ob Zusammenfassungen, Social-Media-Beiträge, Infografiken, Bilder, Slogans oder Denkanstösse – die digitale Welt ist mittlerweile voll von Content, der mithilfe Künstlicher Intelligenz generiert wurde. Um Täuschung zu verhindern und Transparenz über die Herkunft von Inhalten zu gewährleisten, gilt ab August laut EU-Verordnung, dem sogenannten „EU Artificial Intelligence Act“, eine Kennzeichnungspflicht für öffentlich zugängliche Inhalte.

„Bereits nach einer Woche erinnern sich viele nicht mehr daran, welche Ideen und Texte von KI generiert und welche von ihnen selbst erstellt wurden“, so Tim Zindulka von der Universität Bayreuth. Das schliesst er aus Tests mit 184 Probanden, die Texte entweder mit oder ohne Unterstützung durch KI geschrieben haben. Nach einer Woche sind die Probanden gefragt worden, wie die Ideen und die Texte entstanden seien.

Nach sieben Tagen sank die Wahrscheinlichkeit, das Attribut „KI-generiert“ korrekt zuzuordnen, auf 37,7 Prozent, wenn eine KI-generierte Idee von einem Menschen formuliert wurde. Umgekehrt besteht eine Wahrscheinlichkeit von 64 Prozent, die eigene Idee nach einer Woche korrekt zu identifizieren, wenn die endgültige Formulierung von der KI erstellt wurde, erläutern die Fachleute.

KI-Kennzeichnung anzupassen

„Texte, die durch eine Kombination von menschlicher und künstlicher Intelligenz entstehen, lassen sich am schlechtesten zuordnen“, ergänzt Zindulkas Kollege Daniel Buschek. „Als Nutzer von KI können Menschen KI-generierte Ideen als ihre eigenen ansehen oder umgekehrt ihre eigenen Fähigkeiten unterschätzen, weil sie eine selbst generierte Idee fälschlicherweise einer KI zuschreiben“, sagt Zindulka.

Diese Erkenntnisse sollten laut den Experten auch bei Richtlinien zur KI-Kennzeichnung berücksichtigt werden. Im universitären Kontext sei es beispielsweise unrealistisch, von Studenten zu erwarten, dass sie Details zur KI-Nutzung in Kursarbeiten allein auf der Grundlage ihres Gedächtnisses nachträglich offenlegten. „Stattdessen ist es effektiver, den Prozess der Inhaltserstellung von Anfang an zu dokumentieren“, heisst es abschliessend.

 

Quelle: pressetext.redaktion/Wolfgang Kempkens
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